ErlebnisberichteYoel und Sophie besuchten einen Alphornbauer. |
Jobtour als Schaufensterdekorateurin bei LoebBeim Empfang bot er mir sogleich das „Du“ an, Meinrad Feuchter, Leiter für visuelles Marketing bei Loeb in Bern. Er ist verantwortlich für die schweizweit berühmten Schaufenster. Etwas nervös war ich schon, das gebe ich sofort zu, am Vorabend der Jobtour freute ich mich wie ein kleines Kind auf Weihnachten. Und im Zeichen dieses Festes stand auch das Thema des Tages: Lichter, Kugeln, Rentiere, Schlitten, Kunstschnee… Ein Eldorado für einen Deko-Fan wie mich. Meinrad schärfte meinen Sinn für Details und so sah ich den so oft besuchten Loeb plötzlich mit neuen Augen. ![]() Während dem „Zmittag“ hörte ich die Geschichte hinter dem traditionellen Familienunternehmen Loeb. Das Warenhaus wird in der bereits 5. Generation erstmals von einer Frau geführt. Die Nähe zum Kunden und die soziale Ader werden seit Anbeginn gelebt. Dies zeigt sich an konkreten Beispielen: Im Päcklifenster kann jeder Kunde / jede Kundin das Gekaufte von geübten Händen einpacken lassen. Egal, ob es sich um eine Tafel Schokolade oder um eine teure Vase handelt, dieser Service kostet Pauschal CHF 5.00 und der gesamte Erlös geht an die Spitalclowns der Stiftung Theodora. Und genau an diesem Päcklifenster konnte ich mitarbeiten! Am Nachmittag wurde ich von den beiden Dekorateurinnen Chrigä und Gisela ins Team aufgenommen. Und das meine ich so – einen derart warmen Empfang in einem eingespielten Team von 4 Leuten hatte ich nicht erwartet. Und die Zeit drängte, 48 Stunden von leeren Fenstern hin zu verschiedenen Weihnachtswelten. Ich konnte wirklich mit anpacken, geschraubt, gebohrt, montiert habe ich, konnte den anderen Kreativen zur Hand gehen, hier ein Bostic, da eine Schere, dort ein Handgriff. ![]() Auch ins Fotofenster konnte ich steigen, wo sich PassantInnen ab dem nächsten Tag im schönen Schlitten fotografieren lassen würden. Konkret durfte ich den Tannenbaum aufstellen, dessen Äste zurechtbiegen, die Lichter arrangieren und die Schneewatte verteilen. Wir mussten wirklich Acht geben, dass der Kunstschnee von allen Winkeln und Höhen aus gut aussah. „Denn, wenn ein Kind einen Draht hervorstehen sieht, fragt es sofort seine Mutter danach. Und dann bückt sich auch diese“, erklärte mir Gisela. So habe ich nicht fünf Minuten still gestanden und war voll in meinem Element! Den Beruf der Schaufensterdekorateurin kann man nicht mehr erlernen, heute heisst er „Visual Merchandising Designer 3D“ und manches Schaufenster grosser Warenhäuser wird per Computer zusammengestellt und von einem Verteilerzentrum angeliefert, inklusive aller Schrauben, IKEA-style. ![]() Chrigä und Gisela, die beide seit 15 und 13 Jahren in diesem Métier tätig sind, leben ihren Beruf mit Leib und Seele. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen, ständig gilt es, „Chnüpple“ zu lösen: Wie hängen wir dieses Rentier auf? Wie können wir mit dem Licht einen noch schöneren Effekt schaffen? Improvisation, versuchen bis es funktioniert, gut überlegen – das ist gefragt. Der Ruf der Loeb-Schaufenster verpflichtet eben. |
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